4. Februar 2009 - 12:20 Uhr

Medienlandschaft Südtirol - Die Vortragsreihe im April/Mai 2008 in Innsbruck.
Südtiroler JournalistInnen im Gespräch. Acht Abende. Vortrag und Diskussion.
Eine Veranstaltungsreihe der sh.asus Innsbruck.
Die Besonderheit der ethnischen Situation in Südtirol bringt auch Besonderheiten in der Medienlandschaft mit sich. Da die Südtiroler HochschülerInnenschaft ihre Aufgabe stets auch im Anstoßen und Vertiefen von kultur- und gesellschaftspolitischen Diskursen gesehen hat, veranstaltete sie im April und Mai 2008 in Innsbruck eine Reihe von Diskussionen mit GestalterInnen von Südtiroler Medien. Sie referierten aus der Sicht ihrer journalistischen Praxis und stellten sich der Diskussion mit dem Plenum. Mehr dazu in der Presseaussendung.
Die Vortragsreihe im Detail
- Mi 09.04. Günther Pallaver: Grundsätzliches zum Südtiroler Mediensystem
- Mi 16.04. Hans Karl Peterlini: Schreiben in einem eingeklemmten Land
- Mi 23.04. Toni Ebner: Ein Massenblatt, viele Meinungen?
- Di 29.04. Arnold Tribus: Sumo-Ringer gegen Leichtgewicht, wer gewinnt?
- Mi 07.05. Giuseppe De Cesare: Der italienische Journalismus im Ethno-Käfig
- Mi 14.05. Oktavia Brugger: Der Südt. Rundfunk zw. Staats- u. Landesinteressen
- Mi 21.05. Bernhart/Weger: Bezirksblätter als Meinungsvielfalt von Unten
- Mi 28.05. Florian Kronbichler: Der (vogel)freie Journalist
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Medienlandschaft zum Nachlesen
Wer die Masern hatte oder in Apulien faulenzte und drum nicht live dabei war, kann hier drei Vorträge nachlesen:
Günther Pallaver: Grundsätzliches zum Südtiroler Mediensystem (pdf) - Mitschrift von Gerhard Fritz
Arnold Tribus: Sumo-Ringer gegen Leichtgewicht - wer gewinnt? (pdf) - von Carmen Sulzenbacher
Oktavia Brugger (Rai Rom): Der Südtiroler Rundfunk zwischen Staats- und Landesinteressen (pdf) - von Martin Fritz
Noch viel mehr Medienlandschaft gibt es allerdings im Skolast#2/2008 zum Thema. Der Skolast ist u.a. in der sh.asus Bozen, Kapuzinergasse 2 käuflich zu erwerben.

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Die Vortragenden
Günther Pallaver, geboren 1955 in Bozen, Studium der Rechtswissenschaften, Geschichte, Politik-wissenschaft und Kunstgeschichte. 1977-1979 Vorsitzender der Südtiroler HochschülerInnenschaft. Von 1979-1994 Journalist für die Tageszeitung „Alto Adige“, von 1989 bis 1994 auch für das Südtiroler Wochenmagazin „ff“ in Bozen. Seit 1987 am Institut für Politikwissenschaft sowie am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, 2001 Habilitation. 1996 Mitbegründer der Forschungsgruppe „mediAwatch“ (Innsbruck) zur professionellen Medienbeobachtung und Medienanalyse in Österreich; freier Mitarbeiter verschiedener Printmedien in Österreich und Italien sowie der RAI.
Hans Karl Peterlini, geboren 1961 in Bozen, sammelte erste journalistische Erfahrungen bei der Tageszeitung „Dolomiten“, ehe er 1982 zum Wochenmagazin „ff“ wechselte, wo er von 1990 bis 1993 Chefredakteur war. Nach der Gründung der Konkurrenzzeitschrift „Südtirol Profil“ und deren Einstellung wurde Peterlini 1998 erneut Chefredakteur der „ff“. Seit 2004 arbeitet er als freier Autor. Seither sind von ihm zahlreiche Essays und Buchbeiträge erschienen. 2003 erhielt er beim Lienzer Literaturwettbewerb den Preis des Bundeskanzleramtes für den Text über ein Tirol, das es nicht gibt.
Toni Ebner wurde 1957 in Bozen geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Innsbruck arbeitete er für die „Austria Presse Agentur“, die „Salzburger Nachrichten“ sowie für die Südtiroler Sonntagszeitung „Zett“. Seit 1995 ist Ebner Chefredakteur der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ (Verlagshaus Athesia). Präsident der Vereinigung der Europäischen Minderheiten-Tageszeitungen „MIDAS“; Lehrbeauftragter am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck.
Arnold Tribus: „Er ist beileibe kein fanatischer Savonarola und auch kein barocker Donnerer wie der Wiener Moralprediger Abraham a Santa Clara (17. Jhdt.), ja nicht einmal ein deutscher Knüppel-aus-dem-Sack-Schreiber ist er; was aber dann? Arnold Tribus ist eine Südtiroler Erfindung, und zwar erfunden von ihm selbst.” Klaus Lanthaler in Blinde Kuh II, der Leitartikel-Sammlung von Arnold Tribus, Raetia, 2004. Arnold Tribus ist Herausgeber der „Neuen Südtiroler Tageszeitung”.
Giuseppe de Cesare, geboren 1953 in Sterzing. Studium der Rechtswissenschaften in Perugia (Diplomarbeitsthema: „Libertà, verità, responsabilità. Il giornalista radiotelevisivo inesistente“). Arbeitete
in der Redaktion der Rai von Perugia, Torino, Gr2, Tg1 und des Lazio (heute TG3), Chefredakteur des „Umbria TV“ von 1983 bis 1986. In den Achtzigern bis Mitte der Neunziger Mitglied des „Gruppo di Fiesole“ (giornalisti - giuristi e associazioni culturali e del volontariato). Seit 1986 Journalist bei der Rai in Bozen. Hat einen Lehrauftrag an der Freien Universität Bozen.
Oktavia Brugger, geboren 1952. Promotion an der Universität Salzburg in den Fächern Politikwissenschaft und neuere Geschichte. 1978 Staatsprüfung für Journalisten in Rom. Praktika bei der Tageszeitung „Alto Adige“ in Bozen und beim TV-Ressort Außenpolitik des ORF in Wien. 1980 Aufnahme beim öffentlich-rechtlichen Radio und Fernsehen RAI in Rom als Radio- und Fernsehredakteurin. Seit 1998 Parlamentsjournalistin der RAI. Von 1986 bis 2001 Rom-Korrespondentin der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“. Mitarbeit bei Radio Bremen, WDR, SWF.
Erwin Bernhart, 1966 in Mals geboren. Studium der Biologie in Innsbruck (abgebrochen). Mehrere Jahre Mittelschullehrer für Mathematik und Naturkunde. Erste Erfahrung als Werbeberater beim “Südtirol Profil”. Von 1998 bis 2003 Mitarbeiter bei der Lokalzeitung „Der Vinschger“; 2002 bis 2005 Aufbau und Leitung der Lokalzeitung „bm burggräfler magazin”. 2004 bis 2005 Chefredakteur bei „Der Vinschger”, seit 2005 Chefredakteur des „Vinschger Wind”.
Willy Pöder ist verantwortlicher Direktor der „Pustertaler Zeitung“, erscheint vierzehntägig, sowie verantwortlicher Direktor und Chefredakteur von „Radio Holiday“.
Florian Kronbichler, geboren 1951 in Bruneck, lebt in Bozen. Über das Engagement in der Studierendenbewegung (südtiroler hochschülerInnenschaft) zum Journalismus gekommen, schrieb der Doktor der Politikwissenschaften zunächst für das „Deutsche Blatt“ im Alto Adige und die Deutsche Presseagentur (dpa), später für das Wochenmagazin „ff“, war eine Zeitlang dessen Chefredakteur, und arbeitet heute als Autor und freier Journalist. Regelmäßig schreibt er heute Reportagen und die Glosse „Das Letzte“ in der Neuen Südtiroler Tageszeitung, Leitartikel für den Corriere dell’Alto Adige sowie Drehbücher für die Sendereihe „Perspektiven“ des Rai Sender Bozen.